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«RTG 1666 GlobalFood Transformation of Global Agri-Food Systems: Trends, Driving Forces, and Implications for Developing Countries ...»

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Die Legislativvorschläge der Kommission haben bereits einige wichtige Pflöcke eingeschlagen, an denen der interministerielle Abstimmungsprozess und letztlich auch die Position der deutschen Regierung im Agrarministerrat aus unserer Sicht keine gravierenden Änderungen mehr bewirken können. Die Direktzahlungen werden in Verbindung mit einer teilweisen Angleichung zwischen den EU-Mitgliedstaaten weitergeführt werden, das (in Deutschland ab 2013 ja bereits erreichte) Regionalmodell wird für alle Mitgliedstaaten mittelfristig relevant

werden, und die grundsätzliche Aufteilung in zwei Säulen wird bestehen bleiben. Einige Ansatzpunkte im politischen Abstimmungsprozess bleiben aber weiterhin übrig:

− Wegfall der Exporterstattungen: Diese ursprünglich im Rahmen der WTO gemachte Zusage aller Industrieländer sollte nicht revidiert werden, sondern im Gegenteil nochmals bestätigt werden.

5 Handlungsempfehlungen aus entwicklungspolitischer Sicht − Beibehaltung und teilweiser Ausbau der gekoppelten Direktzahlungen: Aufgrund der handelsverzerrenden Wirkung dieser Zahlungen sollte hier auf eine stärkere Begrenzung dieses Instruments, vor allem im Rindfleischbereich, gedrängt werden. Der vorgeschlagene Abbau der gekoppelten Direktzahlungen bei Baumwolle ist eindeutig zu begrüßen.

− Wegfall der Zuckerquote ab 2015: Diese von der Kommission vorgeschlagene Variante der Zuckermarktreform ist begrüßenswert und sollte unterstützt werden. Anpassungsprozesse, die durch die zu erwartende Ausdehnung der EU-Produktion und der Präferenzerosion für die AKP-Staaten des Zuckerprotokolls auftreten werden, sollten von der EU begleitet werden.

− Greening: Nach derzeitigem Kenntnisstand soll das Greening sich auf 30% der Prämie erstrecken. Allerdings werden mittelfristig die Bedingungen für Greening (Umbruchverbot für Dauergrünland, Fruchtfolgeeinhaltung und ökologische Vorrangflächen) zwingende Voraussetzung auch für den Erhalt der Basisprämie sein. Die erneute Einführung von obligatorischer Stilllegung (in Höhe von 7%) unter dem Schlagwort „ökologische Vorrangflächen“ ist gesamtwirtschaftlich sehr kritisch zu sehen. Allerdings wird sie, gerade in Verbindung mit den übrigen ‚greening‘-Vorgaben, dämpfend auf die EU-Produktion bei Getreide wirken. Dies dürfte wiederum eher steigernd auf die Getreidepreise wirkend, so dass auch die Produktion von Schweine- und Geflügelfleisch, mit Abstrichen auch von Milch und Rindfleisch, gedämpft werden dürfte. Dies kann aus Sicht der exportorientierten Entwicklungsländer vorteilhaft sein, trägt aber letztlich auch zu einer stärkeren Volatilität der Agrarpreise bei, so dass dies für importabhängige Entwicklungsländer auch negativ wirken kann.

− Kappung der Direktzahlungen unter Berücksichtigung einer sozialen Qualifizierung:

Die Wirkung der vorgeschlagenen Kappung der Direktzahlungen dürfte aus unserer Sicht keine gravierenden Wirkungen auf das Angebot an Agrarprodukten haben. Erstens ist die Zahl der Betriebe, die von der Zahlungsobergrenze betroffen sind, durchaus überschaubar. Zweitens dürfte diese Begrenzung nicht großflächig dazu führen, dass sich die Intensität auf Agrarflächen verringert oder Flächen ganz aus der Produktion genommen werden. Drittens besteht die Möglichkeit (auch wenn die Kommission dies vermeiden möchte), dass durch Betriebsteilungen der Kappungsgrenze ausgewichen wird. Wirkungen könnten sich am ehesten bei tierhaltenden Großbetrieben im Rindfleisch- und Milchbereich ergeben, aber gerade in diesen Betriebstypen dürften

5 Handlungsempfehlungen aus entwicklungspolitischer Sicht

die auf der Lohnsumme basierende Befreiung von der Kappung dazu führen, dass diese Betriebe auf unverändertem Niveau Direktzahlungen erhalten.

− Aus unserer Sicht sollte das BMZ die Stimme gegen die Umdeklarierung der Ausgleichszahlungen als einkommens- und umweltbedingte Direktzahlungen erheben.

Vor allem die damit einhergehende Verstetigung der Direktzahlungen wird auf längere Sicht stärkere Produktionswirkungen nach sich ziehen, als sie von den heutigen Direktzahlungen ausgehen.

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